Heidelberger Druck schreibt erneut Verlust und stoppt AuftragstalfahrtFRANKFURT (Dow Jones) Die krisengebeutelte Heidelberger Druckmaschinen AG hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 erneut einen Verlust geschrieben, die anhaltende Talfahrt bei den Neuaufträgen aber stoppen können. Die Neubestellungen stiegen erstmals seit mehreren Quartalen auf 609 (Vorjahr: 560) Mio EUR, wie der MDAX-Konzern am Dienstag mitteilte. Dies liegt aber nicht zuletzt auch an den bereits im Vergleichsquartal schwachen Neubestellungen. Da einige Zeit vergeht, bis sich neue Aufträge auf der Umsatzseite niederschlagen, verbuchte Heidelberger Druck erneut ein deutliches Einnahmenminus: Die Erlöse schrumpften im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember auf 578 (750) Mio EUR. Damit fiel der Rückgang allerdings etwas geringer aus als noch im ersten Halbjahr, als das Minus bei gut einem Viertel gelegen hatte. Ergebnisseitig fielen die Zahlen einmal mehr düster aus: Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsverlust (EBIT) lag bei 13 (0) Mio EUR. Nach Sonderposten erzielten die Heidelberger allerdings ein Plus von 17 Mio EUR, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 8 Mio EUR angefallen war. Dabei profitierte das Unternehmen von der Auflösung von Rückstellungen für den Stellenabbau. Nach Steuern schrieb Heidelberger Druck einen Verlust von 11 (24) Mio EUR. Neben dem teuren Sanierungsprogramm und dem deutlichen Einnahmenschwund sind vor allem auch die hohen Finanzierungskosten für die tiefroten Zahlen verantwortlich. Mit den vorgelegten Ergebnissen übertraf Heidelberger Druck die Markterwartungen. Analysten hatten bei Einnahmen von 541 Mio EUR ein bereinigtes operatives Minus von 31 Mio EUR erwartet. Den Nettofehlbetrag hatten die Branchenexperten auf 37 Mio EUR geschätzt. "Auftragseingang und Umsatz zeigen im dritten Quartal einen leichten Aufwärtstrend", sagte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier: "Vor allem in China und Deutschland konnten wir ordentliche Geschäftserfolge erzielen." Da sich die Druckereien aber mit Investitionen weiter zurückhielten, sei eine nennenswerte Erholung noch nicht zu erkennen. Dementsprechend bestätigte Heidelberger Druck die düstere Prognose für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr. Für 2009/10 rechnet der MDAX-Konzern weiterhin mit einem deutlichen Umsatzrückgang sowie einem bereinigten operativen Verlust zwischen 110 Mio und 150 Mio EUR. Im Geschäftsjahr 2008/09 hatte Heidelberger Druck noch rund 3 Mrd EUR umgesetzt, das operative Minus lag bei 49 Mio EUR. Unter dem Strich stand 2008/09 - vor allem wegen der hohen Finanzierungskosten - ein Verlust von fast einer viertel Milliarde Euro zu Buche. Webseite: www.heidelberg.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 114;nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc. |
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